… behaupten zumindest die Rechteverwerter, die Buchverlage und die GVU. Rechnet man ihre eigenen Zahlen nach, geht es lediglich um 5% der Bundesbürger.
Das was nun kommt ist bewusst weder objektiv, noch basiert es ausschließlich auf Fakten. Auch meinen gesunden Menschenverstand werde ich nicht einsetzen. Das haben die Rechteverwerter (und die Buchverlage und die GVU, ich bleibe mal bei “Rechteverwertern”) schließlich auch nicht nötig, wenn sie die Schuld an den unglaublichen Mengen illegaler Downloads – nur zur Erinnerung: Es geht hier um gerademal 5% der Bundesbürger … wohl gemerkt laut einer Studie eben dieser Rechteverwerter – mal wieder ihren Kunden in die Schuhe schieben und sie erst überwachen und ihnen anschließend das Internet abdrehen wollen.
Wir sind es also, Sie und ich, die hier Mist verzapfen. Wir, die wir unser hart erarbeitetes Geld in elektronische Angebote der Rechteverwerter stecken wollen. Schließlich sind Musikdownloads in vernünftiger Qualität nicht zu teuer, das DRM bei E-Books ist überhaupt nicht kompliziert und Filme schaut man ohnehin lieber im Kino. Wacht doch endlich auf ihr Deppen!
Kleines Beispiel: Ich habe einen E-Book-Reader. Nein, keinen Kindle, sondern einen Sony. Den Großen. Weil der mir nicht das Format vorgibt, in dem ich Bücher kaufen muss. Auch die Software für die Verwaltung meiner E-Books kann ich mir aussuchen. Das geht erschreckenderweise sogar ganz ohne, weil ich einfach ein PDF, ePub oder was auch immer per Windows-Explorer auf den Reader kopieren kann.
Es könnte also alles so schön sein, wenn die Buchpreisbindung nicht auch bei E-Books gelten würde. So kostete vor ca. einem Jahr ein Buch, für das ich mich interessierte, €24,95. War halt noch neu, es gab nur eine gebundene Ausgabe. Und das E-Book. Für günstige €19,99. Mit DRM. Ich sehe da drei Fehler:
- Die Buchpreisbindung war ursprünglich dazu gedacht, die kleinen Händler zu schützen. Schon das halte ich für einen Witz. Ganz einfach weil hier etwas geschützt wird, das sich überlebt hat. Wenn in einer Marktwirtschaft etwas nicht bestehen kann, muss es nicht vom Staat geschützt werden. Punkt. Wie dem auch sei sehe ich bei E-Books eben jenen Schutz als final unnötig an. Bei meinem kleinen Buchhändler um die Ecke bekomme ich ohnehin keine E-Books. Und selbst wenn. Warum sollte ich da hin dackeln, wenn ich das Gleiche auch im Netz bekomme? Zumal der Reader ja eh ab und an an den Rechner kommt.
- Warum zum Henker kostet mich das E-Book nur 20% weniger als die gebundene Ausgabe? Die Produktionskosten sind minimal, schließlich liegt jedes aktuelle Buch ohnehin digital vor. Druckkosten entfallen vollständig und lange Handelsketten ebenfalls. Es geht mir nicht darum, dass ich nicht bereit bin einen angemessenen Preis für eine Neuerscheinung zu zahlen, aber einen so abstrusen Kurs aufzurufen und dann zu jammern, dass die Leute den Kram lieber irgendwo illegal herunterladen … man muss schön einen an der Klatsche haben um so einen Scheiß zu glauben.
- Kommt endlich mal in der Gegenwart an. Ein Buch kann ich verleihen, weiterverkaufen und sogar Auszüge daraus kopieren wenn mir danach ist. Dafür muss ich kein DRM umgehen, es geht einfach. Warum zum Geier muss ich mich dann bei legal erworbenen E-Books mit diesem unausgegorenen Mist herumärgern?
Okay, soviel zu den E-Books. Wer will als nächstes? Niemand? Okay, nehm ich die Musikindustrie. Die hat mittlerweile immerhin gelernt, dass man Angebote zu vernünftigen Preisen ohne DRM prima verkaufen kann. Ich habe so 30% Zuwachs im Ohr. Klingt doch nicht schlecht. Sollten die Verlage mal drüber nachdenken, werden sie aber sicher nicht. Schließlich haben die ihren Schuldigen ja schon (wie die Musikindustrie vor Jahren).
Aber ihr macht einen anderen Fehler: Ihr fördert keine Künstler mehr. Es geht euch scheinbar nur noch ums schnelle Geld. Hauptsache ein Album in den Charts. Was mit dem gecasteten Heini danach passiert? Uns doch egal. Wir verdienen schließlich prima dran.
Und ihr macht noch einen Fehler. Immerhin habt ihr gemerkt, vielleicht hat es euch auch jemand beim Golf erzählt, dass die Schallplatte sich wieder gut verkaufen läßt. Das stimmt! Aber dass ihr mit bescheidenen Pressungen und totkomprimierten Remasters euch auch diesen Markt ruck-zuck wieder kaputt macht müßte euch doch klar sein, oder? Nö, scheinbar nicht. Da schlafen wir lieber weiter an der Wand und schmeißen Müll auf den Markt, gell? Wie überall gibt es hier natürlich Ausnahmen. Die findet man aber nicht im Massenmarkt, sondern bei den kleineren Labels und bei Künstlern, die noch welche sind und die vielleicht sogar einen Einfluss auf das haben, was ihr Label da so ´raushaut. Dann gibts auch mal ein richiges Booklet zu ner LP und vielleicht sogar einen Downloadcode damit man die Stücke auch unterwegs hören kann. Mir reicht da auch ein gutes MP3, muss ja nicht gleich ein 24/96-Flac sein. Den Unterschied höre ich im Auto ohnehin nicht.
So, is spät. Die Filmindustrie kriegt aber igendwann auch noch ein paar hilfreiche Tips. Als Stichworte seien hier schonmal die Qualität von legalen Downloads, das leidige Thema DRM und die Kosten von Filmen auf Datenträgern genannt. Vielleicht gibts dann auch nen Rundumschlag Richtung Fernsehen … HDplus … jaja, ich darf zahlen, aber die Entscheidungen treffen andere.