die Schülers

30. August 2011

Wir sind alle Verbrecher …

Abgelegt unter: Allgemein — Marcus Schüler @ 22:24

… behaupten zumindest die Rechteverwerter, die Buchverlage und die GVU. Rechnet man ihre eigenen Zahlen nach, geht es lediglich um 5% der Bundesbürger.

Das was nun kommt ist bewusst weder objektiv, noch basiert es ausschließlich auf Fakten. Auch meinen gesunden Menschenverstand werde ich nicht einsetzen. Das haben die Rechteverwerter (und die Buchverlage und die GVU, ich bleibe mal bei “Rechteverwertern”) schließlich auch nicht nötig, wenn sie die Schuld an den unglaublichen Mengen illegaler Downloads – nur zur Erinnerung: Es geht hier um gerademal 5% der Bundesbürger … wohl gemerkt laut einer Studie eben dieser Rechteverwerter – mal wieder ihren Kunden in die Schuhe schieben und sie erst überwachen und ihnen anschließend das Internet abdrehen wollen.

Wir sind es also, Sie und ich, die hier Mist verzapfen. Wir, die wir unser hart erarbeitetes Geld in elektronische Angebote der Rechteverwerter stecken wollen. Schließlich sind Musikdownloads in vernünftiger Qualität nicht zu teuer, das DRM bei E-Books ist überhaupt nicht kompliziert und Filme schaut man ohnehin lieber im Kino. Wacht doch endlich auf ihr Deppen!

Kleines Beispiel: Ich habe einen E-Book-Reader. Nein, keinen Kindle, sondern einen Sony. Den Großen. Weil der mir nicht das Format vorgibt, in dem ich Bücher kaufen muss. Auch die Software für die Verwaltung meiner E-Books kann ich mir aussuchen. Das geht erschreckenderweise sogar ganz ohne, weil ich einfach ein PDF, ePub oder was auch immer per Windows-Explorer auf den Reader kopieren kann.
Es könnte also alles so schön sein, wenn die Buchpreisbindung nicht auch bei E-Books gelten würde. So kostete vor ca. einem Jahr ein Buch, für das ich mich interessierte, €24,95. War halt noch neu, es gab nur eine gebundene Ausgabe. Und das E-Book. Für günstige €19,99. Mit DRM. Ich sehe da drei Fehler:

  1. Die Buchpreisbindung war ursprünglich dazu gedacht, die kleinen Händler zu schützen. Schon das halte ich für einen Witz. Ganz einfach weil hier etwas geschützt wird, das sich überlebt hat. Wenn in einer Marktwirtschaft etwas nicht bestehen kann, muss es nicht vom Staat geschützt werden. Punkt. Wie dem auch sei sehe ich bei E-Books eben jenen Schutz als final unnötig an. Bei meinem kleinen Buchhändler um die Ecke bekomme ich ohnehin keine E-Books. Und selbst wenn. Warum sollte ich da hin dackeln, wenn ich das Gleiche auch im Netz bekomme? Zumal der Reader ja eh ab und an an den Rechner kommt.
  2. Warum zum Henker kostet mich das E-Book nur 20% weniger als die gebundene Ausgabe? Die Produktionskosten sind minimal, schließlich liegt jedes aktuelle Buch ohnehin digital vor. Druckkosten entfallen vollständig und lange Handelsketten ebenfalls. Es geht mir nicht darum, dass ich nicht bereit bin einen angemessenen Preis für eine Neuerscheinung zu zahlen, aber einen so abstrusen Kurs aufzurufen und dann zu jammern, dass die Leute den Kram lieber irgendwo illegal herunterladen … man muss schön einen an der Klatsche haben um so einen Scheiß zu glauben.
  3. Kommt endlich mal in der Gegenwart an. Ein Buch kann ich verleihen, weiterverkaufen und sogar Auszüge daraus kopieren wenn mir danach ist. Dafür muss ich kein DRM umgehen, es geht einfach. Warum zum Geier muss ich mich dann bei legal erworbenen E-Books mit diesem unausgegorenen Mist herumärgern?

Okay, soviel zu den E-Books. Wer will als nächstes? Niemand? Okay, nehm ich die Musikindustrie. Die hat mittlerweile immerhin gelernt, dass man Angebote zu vernünftigen Preisen ohne DRM prima verkaufen kann. Ich habe so 30% Zuwachs im Ohr. Klingt doch nicht schlecht. Sollten die Verlage mal drüber nachdenken, werden sie aber sicher nicht. Schließlich haben die ihren Schuldigen ja schon (wie die Musikindustrie vor Jahren).
Aber ihr macht einen anderen Fehler: Ihr fördert keine Künstler mehr. Es geht euch scheinbar nur noch ums schnelle Geld. Hauptsache ein Album in den Charts. Was mit dem gecasteten Heini danach passiert? Uns doch egal. Wir verdienen schließlich prima dran.
Und ihr macht noch einen Fehler. Immerhin habt ihr gemerkt, vielleicht hat es euch auch jemand beim Golf erzählt, dass die Schallplatte sich wieder gut verkaufen läßt. Das stimmt! Aber dass ihr mit bescheidenen Pressungen und totkomprimierten Remasters euch auch diesen Markt ruck-zuck wieder kaputt macht müßte euch doch klar sein, oder? Nö, scheinbar nicht. Da schlafen wir lieber weiter an der Wand und schmeißen Müll auf den Markt, gell? Wie überall gibt es hier natürlich Ausnahmen. Die findet man aber nicht im Massenmarkt, sondern bei den kleineren Labels und bei Künstlern, die noch welche sind und die vielleicht sogar einen Einfluss auf das haben, was ihr Label da so ´raushaut. Dann gibts auch mal ein richiges Booklet zu ner LP und vielleicht sogar einen Downloadcode damit man die Stücke auch unterwegs hören kann. Mir reicht da auch ein gutes MP3, muss ja nicht gleich ein 24/96-Flac sein. Den Unterschied höre ich im Auto ohnehin nicht.

So, is spät. Die Filmindustrie kriegt aber igendwann auch noch ein paar hilfreiche Tips. Als Stichworte seien hier schonmal die Qualität von legalen Downloads, das leidige Thema DRM und die Kosten von Filmen auf Datenträgern genannt. Vielleicht gibts dann auch nen Rundumschlag Richtung Fernsehen … HDplus … jaja, ich darf zahlen, aber die Entscheidungen treffen andere.

28. Januar 2010

das iPad …

Abgelegt unter: Allgemein — Marcus Schüler @ 20:31

… oder: Hat Apple nichts gelernt?

Moment! Nichts gelernt? Warum denn das nun wieder?

Gehen wir doch mal anders an die Sache ´ran: Was wünscht ihr euch an euren iPhones und iPods? Flash Unterstützung, einen SD-Card-Slot und einen austauschbaren Akku? Bingo! Gibt es wieder alles nicht. Auch die zehn Stunden Akkulaufzeit, die sich erfahrungsgemäß im Realbetrieb nicht erreichen lassen, sind wohl eher ein Witz. Sorry Steve, aber das dann auch noch als Pluspunkt aufzuführen (Zitat von apple.com: “Up to 10 hours of surfing the web on Wi-Fi, watching video, or listening to music”) halte ich für etwas gewagt. Mir persönlich wäre da ein Release später im Jahr mit einem stromsparenden Display wie dem von Qualcomm deutlich lieber gewesen.

Wo sind die revolitionären Ideen, die Apple bisher so oft von der Masse abgehoben haben? Sicher, es gab in den letzten Jahren eine ganze Menge richtig interessanter Produkte und vielleicht geht auch den kreativsten Köpfen mal die Luft aus, aber Apple muss sich hier an sich selber messen lassen und da liegt die Latte nunmal höher als bei einem flachen TabletPC mit iPhone-OS und nichts anderes ist das iPad.

Trotzdem – möge mir jemand erklären, woran das liegt – löst das Teil bei mir einen “haben wollen” Reflex aus, der mir grad etwas Angst macht. Ich werde beobachten, wie sich das iPad im täglichen Einsatz schlägt und vermutlich wird, trotz aller Kritikpunkte, wohl bald auch bei mir eins seinen Dienst tun.

26. August 2009

von LCD Displays, LKWs und anderen Wortschöpfungen

Abgelegt unter: Allgemein — Marcus Schüler @ 17:32

Es ist mal wieder soweit: Ich lese in den Katalogen (ja, die dicken Papierdinger) zweier großer Elektronikversender und mich packt das nackte Grausen. Formulierungen wie "LCD Display" nerven einfach nur.
Warum? Schreiben wir doch die Abkürzung "LCD" einfach mal aus: "Liquid Chrystal Display". Für diejenigen, denen nicht jetzt schon ein Licht aufgegangen ist, packen wir das in den Gesamtkontext: "Liquid Chrystal Display Display". Ich hoffe, jetzt muss niemand mehr raten, was da falsch ist. Also bitte, es heißt

LC-Display und nicht LCD Display
VF-Display und nicht VFD Display.

Die Mehrzahl von Lastkraftwagen ist Lastkraftwagen und nicht Lastkraftwagens, gleiches gilt für PKW.

Solch einen Blödsinn findet man sogar auf Herstellerseiten. Oder hinke ich nur der Zeit hinterher und mit der "neuen" Rechtschreibung ist das genau so in Ordnung wie Frisör oder Soße?
Von falschen Bezeichnungen für Werkzeuge möchte ich gar nicht erst anfangen. Man denke nur an den Zollstock (die Dinger heißen Gliedermaßstab), die Schieblehre (Meßschieber) oder den Schraubenzieher (Schraubendreher). Zumindest ich hab mit den Dingern auch noch noch keine Schraube gezogen, sondern eher gedreht.

Wollen wir mal nicht päpstlicher als der Papst sein … Ampel statt Lichtsignalanlage geht genau so in Ordnung, wie Blinker statt Fahrtrichtungsanzeiger. Aber mir fällt zum Schluss noch ein schönes Beispiel ein: Die allseits beliebten Handys und SMS. Zack! Gleich drei Fehler in einem Satz.

  1. Korrekterweise muss es SM heißen. SM? Sicher doch. SMS steht für Short Message Service und das ist nunmal nicht das, was man verschickt. SMS nutzt man, indem man SM, also Short Messages, verschickt.
  2. Der hierzulande so beliebte Begriff "Handy" klingt zwar prima neudeutsch, hat damit aber ausser gewissen sprachlichen Ähnlichkeiten nichts gemein. In den gern als sprachliches Vorbild heran gezogenen Ländern heißen die Mobiltelefone eben Mobile Phone oder Cellphone.
  3. Wenn schon englisch, dann auch richtig: Handies

So, das wars für´s Erste aus der Rubrik Korinthe. Bis denne, euer

Marcus

2. Juli 2009

sie sind wieder da: Treets!

Abgelegt unter: Allgemein — Marcus Schüler @ 09:12

Wer von den nicht mehr ganz so Jungen kann sich nicht an sie erinnern? Treets, die Schokoclicker sind wieder da.

Da staunte ich nicht schlecht als ich heute früh an der Tanke die charakteristische Tüte mit der braunen Aufschrift sah. Als ich mich dann auch noch wie ein kleines Kind aufführte und eine davon haben wollte erklärte meine Frau mich für bescheuert. Komisch nur, dass sie mir ein paar Minuten später die zweite Tüte gleich abgeluchst hat.

Auf der Firma angekommen musste ich natürlich erstmal jedem damit auf den Sack gehen und Pröbchen verteilen. Die Dinger schmecken tatsächlich so wie damals! Ein Kollege meinte, nachdem er einen im Mund hatte glücklich grinsend "ich bin wieder zehn".

Bleibt nur die Frage offen, warum es die Dinger nur für kurze Zeit geben soll. Die müssen wieder normal an den Start und nicht nur in den kleinen 35g-Beutelchen, sondern in der amtlichen Familienpackung! Ich werd gleich mal ne Mail an Mars tippern müssen. "Nur für kurze Zeit." geht ja gar nicht!

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